Dynamische Achslastwaagen

Letzte Änderung: 10.11.2017

OIML R134-1 zertifizierte dynamische Achslastwaage WIM-DSP 32

Im Fokus der dynamischen Verwiegung (Weigh-In-Motion) von Fahrzeugen steht die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften als auch der Schutz und der langfristige Erhalt der Verkehrsinfrastruktur. Mit Achslastsensoren und Induktivschleifen, die in die Fahrbahn eingebaut werden, können Rad-, Achs-, Achsgruppen- und Gesamtgewichte des Schwerverkehrs erfasst werden, um Verstöße zu ahnden und vorbeugende Schutzmaßnahmen zu initiieren.

Das im Frühjahr 2016 vorgestellte WIM-DSP 32 mit PSHC (Piezo Sensor Health Care) wurde zwischen August 2016 und Mai 2017 von der METAS gemäß den Anforderungen der OIML-R134-1 zertifiziert. Damit verfügt Traffic Data Systems als weltweit erster und einziger Hersteller über ein Low- und Highspeed Weigh-In-Motion System mit nur 3 Reihen von OIML-zertifizierten Lineas-Sensoren für den Geschwindigkeitsbereich 5km/h bis 120 km/h für schweren Güterverkehr und 5km/h bis 140km/h für Lieferwagen (Temperaturbereich: -30°C/+75°C bei bis zu 85% relativer Luftfeuchtigkeit).

Es werden Genauigkeiten von ±5% (initial verification) bzw. ±10% (inservice inspection) gemäß OIML R134-1 erreicht. Diese Ergebnisse mögen auf den ersten Blick weniger genau erscheinen als die der meisten Wettbewerber. Diese Tatsache liegt darin begründet, dass sich kein Wettbewerber der Prüfung gemäß OIML R134-1 unterzogen hat, insbesondere nicht im Geschwindigkeitsbereich zwischen 5km/h und 140km/h. Für Kunden ist das OIML-Zertifikat ein Qualitätsnachweis unter erschwerten Anforderungen und stellt einen technischen Quantensprung im Bereich der Enforcement- und Tolling- Systeme dar.

Für die Schweiz hat Traffic Data Systems im Zuge der OIML-Zertifizierung die Bauartzulassung CH-W7-17844-00 erhalten. Im September 2017 wurde das System auch durch das Metrologische Institut  von Lettland 'LATMB' unter der Nummer 987/2017 zugelassen. Diese ist Voraussetzung für eine Eichung durch die lokalen Eichbehörden.

WIM-DSP 32 ist das erste Weigh-In-Motion System weltweit, das über eine Langzeit-Sensorüberwachung (PSHC) verfügt. Es wurde speziell für den Betrieb mit Lineas-Sensoren und Ladungsverstärkern von Kistler entwickelt. Das neue Design verfügt über ein integriertes Farbgrafik-Display und Touchkeys zur einfachen Konfiguration und Funktionskontrolle.

Mit WIM-DSP 32 lässt sich ein breites Spektrum von Applikationen realisieren - angefangen vom einfachen WIM-System für Statistik bis hin zu anspruchsvollen WIM-Enforcement und WIM-Tolling Anwendungen (inkl. Überwachung/Kontrolle von Spurwechseln).

Das plombierbare Aluminium-Gehäuse vom WIM-DSP 32 und die Verbindungskabel zu den Kistler Ladungsverstärkern erfüllen Protection Class IP67 (EN60529). Mit diesen Leistungsmerkmalen setzt WIM-DSP 32 in Verbindung mit dem Verkehrserfassungssystem TMCS-U neue Standards am Markt für Weigh-In-Motion Systeme.

Das TMCS-U ist eine komplette TLS-Streckenstation mit Steuermodul, integrierten Funktionsgruppen FG1, FG2, FG3 und FG6, integrierter USV, 3G-/UMTS-Modem sowie 16 Induktivschleifen-Detektoren /Klassifikatoren. Das Daten- und Stromversorgungskabel zwischen WIM-DSP 32 und TMCS-U und die Verbindung zu den Induktivschleifen können bis zu 300 m lang sein. WIM-DSP 32 und TMCS-U verfügen über eine hohe Integrationsdichte mit herausragenden Leistungsmerkmalen bei geringem Stromverbrauch. Die Baugruppen TMCS-U und WIM-DSP 32 sorgen für eine präzise Zeitsynchronisation mit optionaler Signatur der Daten.

WIM-DSP 32 trägt dazu bei, die Installation und den Betrieb von WIM-Anlagen deutlich zu vereinfachen. Allein die reduzierte Anzahl von Kabel- und Klemmverbindungen leistet einen großen Beitrag zur Zuverlässigkeit und Performance des Gesamtsystems.

Weigh-In-Motion Enforcement und Tolling (WIM-E und WIM-T)

Traffic Data Systems entwickelte als erstes Unternehmen professionelle WIM-Enforcement Systeme und ist somit Initiator dieser Technologie. Im Gegensatz zu den herkömmlichen WIM-Anwendungen (Statistik und Preselektion) liegt der Fokus bei WIM-E/Tolling auf der dynamischen Verwiegung von Fahrzeugen mit gleichzeitiger fotografischer Erfassung der Überfahrt sowie der gerichtsverwertbaren Dokumentation des 'Vorfalls' bei festgestellten Überladungen bzw. der Überprüfung von Fahrzeuggewichten bei Tolling-Anwendungen.

Für Enforcement- und Tolling-Anwendungen sind nur 3 Reihen von Lineas-Sensoren erforderlich, um die Anforderungen gemäß OIML R134-1 erfüllen zu können. Der schräg eingebaute Sensor am Ende des Sensorfeldes dient der Beweissicherung bezüglich der Lage des Fahrzeugs im Fahrstreifen und zur Erkennung von Einfach- oder Zwillingsbereifung.

Um die korrekten Überfahrten, die Anzahl der rollenden und hochgezogenen Achsen dokumentieren zu können und um überladene Fahrzeuge für Kontrollen automatisch ausleiten zu können, sind ANPR- und Übersichtskameras fester Bestandteil dieser Systeme. Zusätzlich kommen meteorologische Sensoren zum Einsatz, um die Messungen bei widrigen Wettersituationen mit festgefahrener Schneedecke, Schneematsch, vereister Fahrbahndecke oder starken Windböen unterbrechen zu können.

Weigh-In-Motion Preselektion (WIM-P)

Zu den Tätigkeiten der polizeilichen Verkehrsüberwachung oder denen des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) gehört u.a. die zielgerichtete Kontrolle der Achslasten und Gesamtgewichte von Fahrzeugen des gewerblichen Güterverkehrs. Mit Hilfe von WIM-P Systemen wurden in der Vergangenheit potentiell überladene Fahrzeuge von den Beamten gezielt aus dem fließenden Verkehr herausgezogen und auf Kontrollplätzen mit geeichten Waagen kontrolliert. Inzwischen geschieht dies mit automatischen Ausleitsystemen.

Bei diesen Anlagen müssen je Fahrspur lediglich 2 Reihen von Achslastsensoren eingebaut werden. Je nach kundenindividuellen Anforderungen werden diese Anlagen mit ANPR- und bzw. nur mit Übersichtskameras ausgestattet.

Weigh-In-Motion Statistik (WIM-S)

Bei WIM-Anlagen, die der statistischen Erfassung des Gesamtverkehrs und der individuellen Fahrzeuggewichte dienen, handelt es sich um die einfachste Ausführung einer dynamischen Achslastwaage. Auch hier kommen lediglich 2 Reihen von Achslastsensoren zum Einsatz. Diese Systeme werden in der Regel ohne Kameras betrieben.

Sensor Anordnungen

WIM-DSP 32 unterstützt ein Array von bis zu 32 Lineas-Sensoren, die beliebig angeordnet sein können. Bei bekannter Sensorgeometrie können verschiedene Radspuren kombiniert werden, im einfachsten Fall die linke und rechte Nachbarspur. Die zuvor beschriebenen Szenarien lassen sich auch mit schräg eingebauten Sensoren zur Spurlagebestimmung und zur Feststellung der Bereifung (Einfach- oder Zwillingsbereifung) ergänzen.

Sensoranordnung für Weigh In Motion Enforcement, Spurwechsel (links) korrekte Überfahrt (rechts)
Versetzte Sensoranordnung (Staggered Layout)

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