
Die Kontrolle überladener Lkw mittels geeichter Waagen als auch in Verbindung mit
WIM-P Systemen stellen einen Eingriff in den Verkehrsablauf dar und sind zudem sehr zeit- und personalaufwendig. Erklärtes Ziel von Traffic Data Systems war es, in Kooperation mit einem kompetenten Partner ein vollautomatisiertes Verfahren zur permanenten Kontrolle und Registrierung überladener Fahrzeuge zu entwickeln (WIM-E), das keiner manuellen Nachverwiegung bedarf.
Die Projektpartner Robot Visual Systems und Traffic Data Systems installierten im Dezember 2007 ein WIM-E System in der Tschechischen Republik (südlich von Prag). Das System soll die Einhaltung des Verbots für den Schwerlastverkehr überwachen und im Falle eines Verstoßes, die Beweise zur Ahndung liefern.
Die Zulassung der weltweit ersten eichfähigen WIM-Anlage erfolgte durch das Tschechische Metrologische Institut (CMI) in Brno am 15. August 2008. Seit diesem Zeitpunkt werden pro Monat durchschnittlich 500 Überladungsverstöße festgestellt, die über dem Grenzwert des zulässigen Gesamtgewichtes von 12t liegen. Einer der herausragenden Vorteile dieser Anlage ist, dass diese den Verkehr 24 Stunden und an 365 Tagen im Jahr überprüft, so dass eine kontinuierliche Überwachung möglich ist.
Eine Bedingung für die Zulassung durch die nationalen Zulassungsbehörden war der Nachweis der Genauigkeit und die Beschreibung des Verfahrens zur Gewichtsermittlung. Darüber hinaus galt es, die nationalen Anforderungen an die Bild- und Video-Daten vom Fahrzeug und Fahrer zu dokumentieren.
Das System TDS 821R/WIM-E wird pro Fahrspur mit 2 oder 3 Sensorreihen und einer Doppelinduktivschleife ausgestattet. Die Dokumentation des Fahrzeugs, des Fahrers und der korrekten Überfahrt erfolgt über eine IR-Foto- und eine IR-Sequenzkamera.
Im Rahmen der Fahrzeugverwiegung errechnet das TDS 821R/WIM-E neben dem Gesamtgewicht auch die Gewichte von Rädern, Achsen und Achsgruppen, die ebenfalls Gewichtsbeschränkungen unterliegen.
Bei den Hard- und Softwareerweiterungen handelt es sich beispielsweise um:
Für die Gewichtserfassung kommen LINEAS Quarz-Sensoren der Kistler Instrumente AG zum Einsatz, die in Längen von 150 cm, 175 cm und 200 cm lieferbar sind. Damit lassen sich Sensorreihen in beliebiger Breite zusammenstellen. Der Eingriff in die Fahrbahn ist minimal, da die Einbautiefe nur 55 mm und die Breite der Fuge nur 72 mm beträgt.
Die hochohmigen Signale der LINEAS Quarz-Sensoren werden von einem mehrkanaligen Ladungsverstärker in niederohmige Ausgangsignale umgewandelt und anschließend von einem A/D-Wandler digitalisiert.
Aus den Daten werden Rad-, Achs- und Achsgruppenlasten (Doppel- und Dreifachachsen) sowie die Gesamtgewichte von Fahrzeugen berechnet. Der Zeitstempel für die Daten hat eine Auflösung von 10 ms. Die Klassierung nach Achssilhouetten und Gesamtgewichten erfolgt gemäß TLS 2002, FG2, bzw. der europäischen Richtlinien COST 323 (European WIM Specification produced by the COST 323 Management Committee). Die Überwachung und Steuerung externer Einrichtungen erfolgt mit der Funktionsgruppe FG6.
Für die automatische Abfrage von Daten eines umfangreichen Netzes von Verkehrs- und Achslasterfassungssystemen steht Software für eine Zentrale zur Verfügung.
Von der Sequenzkamera wird die Überfahrt eines jeden Fahrzeuges dokumentiert. Sollte keine Überladung festgestellt worden sein, werden diese Daten unwiderruflich gelöscht. Wurde ein Überladezustand sicher erfasst, wird die Sequenz gespeichert und zusätzlich ein Foto vom Fahrzeug aufgenommen. Dieses Foto mit eingeblendeten Daten (Datum, Uhrzeit, Gewicht etc.) ermöglicht die Identifizierung des Fahrzeugs und des Fahrers. Die eingebaute ANPR-Kamera liest parallel das Nummernschild.
Die Daten werden auf dem Robot-System verschlüsselt und an eine Zentrale übermittelt, in der die Daten von einem Sachbearbeiter geprüft werden.
(Technische Änderungen vorbehalten)
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